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Beauty and More by Carina Horst
Sonnenschutz

Was macht eine gute Sonnencreme aus? Der große Ratgeber

Carina Horst
14 Minuten Lesezeit

Nicht jede Sonnencreme ist gleich – und der Lichtschutzfaktor allein sagt noch lange nicht alles. Carina Horst erklärt chemische vs. mineralische Filter, Breitbandschutz, Textur und warum die beste Sonnencreme die ist, die man wirklich täglich trägt.

Im Drogeriemarkt stehen sie zu Dutzenden in den Regalen, online gibt es tausende Bewertungen, und trotzdem kaufen die meisten Menschen ihre Sonnencreme nach dem gleichen Prinzip: hoher Lichtschutzfaktor, günstiger Preis, fertig. Das ist nicht falsch – aber es greift zu kurz. Als Dermalogica-zertifizierte Hautexpertin und Inhaberin von Beauty and More in Hamburg-Schnelsen berate ich täglich Kundinnen und Kunden zu ihrer Haut. Und das Thema Sonnenschutz ist dabei eines der Häufigsten. Denn was wirklich in einer Sonnencreme steckt – und was das für Ihre Haut bedeutet – wissen die wenigsten.

UV-Strahlung verstehen: UVA, UVB und UVC

StrahlungstypWellenlängeEindringtiefeHauptwirkungSchutz nötig?
UVC100–280 nmWird von Ozonschicht absorbiertErreicht Erdoberfläche kaumNein
UVB280–315 nmObere Hautschichten (Epidermis)Sonnenbrand, HautkrebsrisikoJa – LSF
UVA315–400 nmTief in DermisPhotoaging, Hautalterung, HautkrebsrisikoJa – UVA-Filter

Der wichtigste Fakt: Der LSF (Lichtschutzfaktor) misst ausschließlich den UVB-Schutz. UVA-Strahlung verursacht keinen sofortigen Sonnenbrand, aber sie dringt tief in die Dermis ein, baut Kollagen und Elastin ab und ist maßgeblich für Photoaging verantwortlich. Eine Sonnencreme ohne UVA-Schutz kann Sonnenbrand verhindern, aber nicht die tiefgreifende Hautalterung durch UVA.

Chemische vs. mineralische Filter – der grundlegende Unterschied

Der grundlegende Unterschied liegt in der Wirkungsweise. Chemische Filter (auch organische Filter) absorbieren UV-Strahlung und wandeln sie in Wärme um. Dafür müssen sie 20–30 Minuten vor Sonnenkontakt aufgetragen werden, damit sie in die Hornschicht einziehen können. Mineralische Filter – Zinkoxid (ZnO) und Titandioxid (TiO2) – reflektieren die UV-Strahlung physikalisch an der Hautoberfläche. Sie wirken sofort nach dem Auftragen und sind besonders für empfindliche Haut geeignet.

EigenschaftChemische FilterMineralische Filter
WirkprinzipAbsorption (UV → Wärme)Reflexion (UV zurückstreuen)
WirkungseintrittNach 20–30 Min.Sofort
TexturLeicht, zieht schnell einKann weißen Film hinterlassen
Eignung empf. HautManchmal problematischBevorzugt – weniger Reizpotenzial
Eignung KinderEingeschränkt empfohlenEmpfohlen
UVA-AbdeckungJe nach KombinationZinkoxid: exzellent; TiO2: gut bei UVB
HitzebeständigkeitKann sich abbauenStabil
KomedogenitätJe nach Wirkstoff variabelZinkoxid: nicht komedogen

Worauf beim Kauf unbedingt achten

  • Breitbandschutz (UVA + UVB) – erkennbar am UVA-Kreis-Symbol auf der Verpackung (EU-Standard)
  • LSF mindestens 30 für den Alltag, LSF 50 bei intensiver Sonnenexposition
  • Wasserfestigkeit bei Sport, Schwimmen oder starkem Schwitzen
  • Keine bekannten Irritantien bei empfindlicher Haut (z.B. Octocrylen bei Rosacea meiden)
  • Pflegende Zusatzinhaltsstoffe: Hyaluronsäure, Antioxidantien (Vitamin C, E), Niacinamid
  • Angenehme Textur – denn eine Sonnencreme, die unangenehm ist, wird nicht konsequent getragen
  • PAO (Period After Opening) beachten – meist 12 Monate nach Öffnung
  • Keine UV-Filter, die als hormonell bedenklich eingestuft sind (Oxybenzon, Octinoxat)

Sonnencreme für das Gesicht: Andere Anforderungen als für den Körper

Das Gesicht hat besondere Anforderungen: Die Haut ist dünner, reagiert empfindlicher, und viele Körpersonnencremes sind zu reichhaltig oder komedogen. Für das Gesicht empfehle ich immer ein speziell formuliertes Produkt. Es gibt wunderbare leichte Formulierungen, die sich problemlos unter Make-up tragen lassen. Wer Mischhaut oder Akne hat, sollte auf ölfreie Formeln achten. Wer eher zu Trockenheit neigt, profitiert von Formulierungen mit Hyaluronsäure oder Ceramiden.

Die richtige Menge: 2 mg pro cm² Hautfläche

Der LSF-Wert auf der Verpackung wird unter Laborbedingungen mit exakt 2 mg Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut gemessen. In der Praxis tragen die meisten Menschen nur 20–50% der erforderlichen Menge auf. Das hat dramatische Auswirkungen: Bei LSF 50 und halber Menge sinkt der effektive Schutz auf LSF 7 oder weniger. Für das Gesicht entspricht die richtige Menge etwa einer Messerspitze voll (ca. 1/4 Teelöffel). Für den gesamten Körper werden rund 35 ml empfohlen – das entspricht etwa einem Schnapsglas.

Verfallsdaten und Lagerung – oft ignoriert

UV-Filter bauen sich mit der Zeit ab, besonders wenn das Produkt Hitze und Licht ausgesetzt war. Eine Sonnencreme, die im Kofferraum überhitzt wurde oder deren PAO abgelaufen ist, schützt deutlich schlechter als angegeben. Faustregel: Kühl und dunkel lagern, Verfallsdatum beachten, im Zweifel neu kaufen. Bei Kindern gilt: immer auf der sicheren Seite bleiben.

Sonnenschutz in der täglichen Hautpflegeroutine

  1. 1Morgens nach der Reinigung und Feuchtigkeitspflege als letzten Schritt auftragen
  2. 220–30 Minuten vor Sonnenkontakt (bei chemischen Filtern)
  3. 3Korrekte Menge nicht sparen – lieber etwas mehr
  4. 4Vergessene Stellen: Ohren, Nacken, Haaransatz, Augenlider, Lippen, Fußrücken
  5. 5Bei Sonnenbaden: alle 2 Stunden und nach dem Schwimmen erneut auftragen
  6. 6Make-up nach der Sonnencreme auftragen – nicht umgekehrt

Im Studio arbeite ich ausschließlich mit Dermalogica Sonnenprodukten, weil sie neben hochwertigem Lichtschutz auch aktive Pflegeinhaltsstoffe enthalten. Der Dynamic Skin Recovery SPF50 ist zum Beispiel für viele meiner Kundinnen in Hamburg zu einem täglichen Begleiter geworden – er pflegt, schützt und lässt die Haut strahlend aussehen.

Muss ich im Winter auch Sonnencreme tragen?

Ja. UVA-Strahlung ist ganzjährig vorhanden – auch an bewölkten Tagen und im Winter. UVB ist im Winter zwar schwächer, aber an Schnee reflektierte Strahlung kann erheblich sein. Täglicher Sonnenschutz im Gesicht ist das ganze Jahr sinnvoll.

Schützt das Make-up mit SPF ausreichend?

Nein. Um den angegebenen SPF-Wert zu erreichen, müsste man eine unrealistisch dicke Schicht Make-up auftragen. Make-up mit SPF ist eine nette Ergänzung, kein vollwertiger Ersatz. Immer zuerst Sonnencreme, dann Make-up.

Welchen Sonnenschutz empfehlen Sie für empfindliche oder zu Akne neigende Haut?

Mineralische Filter (Zinkoxid) in einer ölfreien, nicht komedogenen Formulierung. Diese schützen ohne in die Haut einzudringen und reizen empfindliche Haut weniger. In meinem Studio berate ich Sie gerne zu den passenden Dermalogica-Produkten.

Wie bemerke ich, ob meine Sonnencreme noch wirksam ist?

Prüfen Sie das Verfallsdatum und den PAO-Zeitraum. Wenn die Textur sich verändert hat (Ausflockung, unangenehmer Geruch, Trennung von Inhaltsstoffen), ist das ein Zeichen für Verderb. Im Zweifel neu kaufen.

Gibt es Sonnencremes, die auch gegen Blaulicht schützen?

Ja – es gibt Formulierungen mit Antioxidantien (Vitamin C, E, Astaxanthin), die auch oxidativem Stress durch HEV-Licht (Blaulicht aus Bildschirmen) entgegenwirken. Klassischer UV-Schutz deckt Blaulicht jedoch nicht ab.

Carina empfiehlt: Wenn Sie unsicher sind, welcher Sonnenschutz zu Ihrer Haut passt, kommen Sie gerne zu einer kostenlosen Hautanalyse ins Studio Beauty and More in Hamburg-Schnelsen, Burgwedelkamp 4b.

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