Ist Hanföl gut für das Gesicht? Was Männer wissen sollten
Hanföl ist im Trend – aber ist es wirklich so gut wie alle sagen? Carina Horst gibt eine ehrliche, wissenschaftlich fundierte Einschätzung zu Wirkung, Einsatz und Grenzen von Hanföl für Männerhaut.
Hanföl ist in den letzten Jahren zum Trendinhaltsstoff in der Kosmetik geworden. Auf Instagram, in der Drogerie, in Premium-Hautpflegeserien – kaum ein Regal, in dem man kein Produkt mit Hanföl findet. Männer fragen mich im Studio zunehmend danach. Als Dermalogica-zertifizierte Hautexpertin und Inhaberin von Beauty and More in Hamburg-Schnelsen versuche ich immer, ehrlich zu antworten – ohne Hype, ohne Panikmache.
Was ist Hanföl und was enthält es?
Hanföl – aus den Samen der Hanfpflanze (Cannabis sativa) kaltgepresst – enthält kein THC und hat keine berauschende Wirkung. Was es enthält, ist eine besonders günstige Fettsäurezusammensetzung: Omega-6 und Omega-3 im Verhältnis von ca. 3:1, was dem natürlichen Bedarf menschlicher Haut sehr nahekommt. Zusätzlich enthält es Gamma-Linolensäure (GLA) mit entzündungshemmenden Eigenschaften sowie Vitamin E als natürliches Antioxidans.
Fettsäurenprofil im Vergleich: Warum das Verhältnis wichtig ist
| Öl | Omega-6 | Omega-3 | Komedogenität (0=keine) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Hanföl | 55–60% | 15–20% | 0–1 | GLA, ideales 3:1-Verhältnis |
| Jojobaöl | Keine (Wachs) | Keine | 0–2 | Technisch kein Öl – flüssiges Wachs |
| Rosenöl | 45–50% | 0–5% | 1 | Besonders für reife Haut |
| Arganöl | 35–40% | 0–1% | 0 | Reich an Vitamin E |
| Kokosöl | 2% | 0% | 4 | Hoch komedogen – für Gesicht ungeeignet |
| Squalan | 0% | 0% | 0–1 | Stabil, nicht oxidierend, sehr leicht |
Was Hanföl für Männerhaut leisten kann
- Talgregulierung: Niedrige Komedogenität (0–1) – verstopft Poren kaum. Das paradoxe Öl-in-Öl-Prinzip kann die Sebumproduktion normalisieren
- Entzündungshemmung durch GLA: Reduziert Rötungen und Reizungen – gut für Rasurirritationen
- Feuchtigkeitsversiegelung: Als Öl bildet es eine Barriereschicht und reduziert transepidermalen Wasserverlust (TEWL)
- Antioxidativer Schutz: Vitamin E neutralisiert freie Radikale und schützt vor vorzeitiger Alterung
- Nach der Rasur: Beruhigend und pflegend, besonders kombiniert mit Aftershave Balsam
- Narbenunterstützung: GLA kann die Narbenregeneration leicht unterstützen
Für welche Hauttypen ist Hanföl geeignet?
Hanföl ist tatsächlich vielseitig. Für ölige Mischhaut kann es helfen, die Talgproduktion zu normalisieren. Für trockene Haut spendet es Feuchtigkeit und stärkt die Barriere. Für empfindliche Haut wirkt die entzündungshemmende GLA beruhigend. Weniger ideal ist Hanföl als alleinige Feuchtigkeitsversorgung – es ist ein Öl, kein Moisturizer. Es liefert keine Feuchtigkeit im eigentlichen Sinne (kein Wasser), sondern versiegelt vorhandene Feuchtigkeit. Immer zuerst ein wasserbasiertes Serum oder feuchtigkeitsspendende Creme, dann das Öl drüber.
Was Hanföl nicht kann – ehrliche Grenzen
Hier wird der Hype manchmal übertrieben. Hanföl ist ein gutes Pflegeöl, aber kein Wundermittel. Es lässt keine tiefen Falten verschwinden. Es heilt keine aktive Akne (dafür braucht man Salicylsäure, Benzoylperoxid oder andere keratolytische Wirkstoffe). Es schützt nicht vor UV-Strahlung. Wer Anti-Aging-Wirkung sucht, braucht Retinol oder Vitamin C. Hanföl ist ein netter Baustein, aber kein Ersatz für eine durchdachte Routine.
Wie du Hanföl richtig in deine Routine integrierst
- 1Nach der Reinigung: Feuchtigkeitsserum oder leichte Feuchtigkeitscreme auftragen (wasserbasis)
- 2Dann 1–2 Tropfen Hanföl auf die noch leicht feuchte Haut oder auf die Creme
- 3Sanft einmassieren – nicht zu viel reiben
- 4Morgens: Danach Sonnenschutz – Öl erhöht keine Lichtempfindlichkeit, aber SPF ist Pflicht
- 5Abends: Hanföl als letzten Pflegeschritt – ideale Regenerationszeit in der Nacht
- 6Test: Kleines Areal testen (z.B. Wange) – 1 Woche Beobachtung auf Verträglichkeit
Achtung: Hanföl oxidiert relativ schnell an der Luft (polyungesättigte Fettsäuren). Oxidiertes Öl kann Haut reizen und freie Radikale bilden – das Gegenteil des gewünschten Effekts. Lichtgeschützt und kühl aufbewahren, Produkt innerhalb von 6–12 Monaten nach Öffnen verbrauchen.
Ist Hanföl dasselbe wie CBD-Öl?
Nein. Hanfsamenöl (Hemp Seed Oil) wird aus den Samen gepresst und enthält kein CBD und kein THC. CBD-Öl wird aus den Blüten und Blättern extrahiert und enthält Cannabidiol. Für Hautpflege wird in der Regel Hanfsamenöl verwendet.
Kann Hanföl Akne verschlimmern?
Bei niedrigem Komedogenitätswert (0–1) ist das unwahrscheinlich. Bei sehr reaktiver Haut immer erst testen. Wenn du unter aktiver entzündlicher Akne leidest, sind spezifische Akne-Wirkstoffe sinnvoller.
Wieviel Hanföl brauche ich täglich?
1–2 Tropfen reines Öl reichen für das Gesicht vollkommen. Mehr ist nicht besser – ein dünner Film ist ausreichend.
Kann ich Hanföl auch nach dem Rasieren direkt verwenden?
Ja, gemischt mit Aftershave Balsam. Ein Tropfen Hanföl zum Balsam geben und zusammen einmassieren – beruhigt und pflegt die frisch rasierte Haut.
Carina empfiehlt: Hanföl kann eine sinnvolle Ergänzung in einer Männerpflege-Routine sein – ob es zu deinem Hauttyp passt, lässt sich am besten in einer Hautanalyse feststellen. In meinem Studio Beauty and More in Hamburg-Schnelsen (Burgwedelkamp 4b) schaue ich mir an, was deine Haut wirklich braucht.
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